KünstlerTakako Saito

Takako Saito

You and Me

Kleider werden zu Kostümen eines „Modenschau-Theaters“, Stück für Stück zerlegbar wie eine in Bewegung versetzte Collage aus Stoff und Schrift. Spielerisch wird der Körper enthüllt oder verhüllt. Ein Kleid gewährt Einblicke auf zarte, aufgemalte Tattoos auf Rücken und Beinen, ein anderes bedeckt das Gesicht und erinnert mit der Applikation eines Schachbretts an eine Spielfigur: Die 1929 in Sabae, Japan, geborene Fluxuskünstlerin Takako Saito ist für ihre subtilen, auch poetisch skurrilen Performances berühmt geworden, die sie selbst durchführt und zusammen mit Mitspielern gestaltet.

 

Takako Saito, Kleidobjekt, 2012
Privatsammlung - (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2017
Takako Saito, Blaue Wand. You and Me, 2015/2017. Detail. 
Ausstellungsansicht Galerie van Gelder, Amsterdam - © VG Bild-Kunst, Bonn 2017
Takako Saito, "Blaue Wand. You and Me", 2015/2017
Ausstellungsansicht Galerie van Gelder, Amsterdam - (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Unverwechselbar und ebenso auf Partizipation hin ausgerichtet sind ihre seit den 1960er Jahren entstandenen, sorgfältig gearbeiteten Objektkästen sowie die zahlreichen »freien« Schachspiele. Beide Werkgruppen entwickelte Saito seit den 1960er Jahren in New York, wohin sie gesiedelt war und wo sie sich der Fluxusbewegung anschloss. Zwischen 1968 und 1979 arbeitete sie in Frankreich und in Italien, vielfach mit anderen Fluxus-Künstlern wie George Maciunas, Robert Filliou, George Brecht zusammen. Zu den Arbeiten von Saito, die seit 1979 vorwiegend in Düsseldorf lebt, gehören auch Collagen, Zeichnungen, Skulpturen, Bücher.

 

Der spielerische Ansatz, der Austausch mit Teilnehmern oder Besuchern ist für viele Arbeiten von Takako Saito kennzeichnend und wird die retrospektiv angelegte Ausstellung im Museum für Gegenwartskunst prägen. Erstmals wird die Vielfalt und den imponierenden Zusammenhang ihres Lebenswerkes umfassend ausgebreitet. An fünf Terminen, über die Laufzeit der Ausstellung, wird Saito Performances aufführen, beginnend am Nachmittag der Eröffnung und endend zur Finissage.

 

Die während der Ausstellung erscheinende Publikation, hrsg. von Johannes Stahl und Eva Schmidt, Snoeck Verlag, Köln, dokumentiert die Ausstellung und die Performances, die Saito in Siegen realisiert.