MuseumDer Rubensförderpreis der Stadt Siegen

Rubensförderpreis – ein Rückblick

Seit 1980 gibt es ihn, den Förderpreis zum Rubenspreis der Stadt Siegen, wie er offiziell in der Stiftungsurkunde heißt. Alle fünf Jahre wird eine Künstlerin oder ein Künstler als herausragendes Talent von einer fünfköpfigen Fachjury ausgelobt. Dies immer im Wechsel zum Rubenspreis, der ebenfalls alle fünf Jahre für ein Lebenswerk im Bereich der Malerei vergeben wird. Beide Kunstpreise erinnern an den berühmten Barockmaler Peter Paul Rubens, der am 28. Juni 1577 in Siegen geboren wurde.

Nächste Woche Freitag wird der Rubensförderpreis zum achten Mal verliehen. Dann erhält ihn die in Künstlerin Lena Henke. Bevor wir ihr Werk kennenlernen sei diese Woche noch einmal kurz an die vorherigen Preisträger erinnert.

Sieben Preisträger wurden bislang mit dem Preisgeld (heute 5000€), der Preisträger-Ausstellung und dem dazu gehörigen Katalog gefördert. Die ersten Preisträger waren Max Neumann (1984), Julia Lohmann (1989), Karin Sander (1994) und Silke Rehberg (1999). Seit das Museum für Gegenwartskunst Siegen existiert, konnten die Ausstellungen von drei Preisträgern, von Peter Piller (2004), Diango Hernández (2009) und Vajiko Chachkhiani (2014), in größerem Umfang verwirklicht werden.

Erst als Kulturdezernent, später im Amt als Bürgermeister der Universitätsstadt Siegen überreichte Steffen Mues die Urkunden an Peter Piller (2004), Diango Hernández (2009) und Vajiko Chachkhiani (2014).

Peter Piller arbeitet mit bereits vorhandenem fotografischen Material, das er gezielt oder per Zufall findet, sichtet und neu arrangiert. Dadurch gelingt es ihm ein – wie die Jury befand – "ein unbestechlich neutrales, gleichwohl kritisch hinterfragendes Porträt unserer Alltagskultur" zu erstellen. Neben verschiedenen Fotogruppen aus dem Luftbildarchiv, dem Internet-Archiv sowie dem Archiv der Zeitungsfotos präsentierte Piller 2004, in seiner Ausstellung "Vorzüge der Absichtslosigkeit" die Werkgruppe der Bürozeichnungen.

Peter Piller. Vorzüge der Absichtslosigkeit (15.10.2004 - 30.01.2005)
5. Förderpreis zum Rubenspreis der Stadt Siegen

2009 brachte Diango Hernández mit seiner Show „Losing You Tonight“ das Publikum in Kontakt mit Problemen und Themen, die das Leben in seiner ehemaligen Heimat Kuba prägen, dessen politisches und wirtschaftliches System nach Auflösung der Sowjetunion vom Zerfall bedroht ist. Inspiriert von einer wahren Begebenheit aus seiner Jugendzeit, die ein großes narratives Potential bot, erzählte die Schau vielstimmig, im allgemeineren und umfassenderen Sinne, von der Suche nach dem Verlorenen, nach Kindheit und Jugendzeit, nach Heimat und Individualität, nach erinnerten Orten, Dingen und Begegnungen.

Diango Hernández. Losing You Tonight (4.10.2009 – 5.4.2010)
6. Förderpreis zum Rubenspreis der Stadt Siegen

Diango Hernández, Das Museum der Schatten, 2009 - © Diango Hernández. Photo Michael Wagener

2014 schließlich verstrickte uns Vajiko Chachkhiani mit „Both“ in seinen existentialistischen künstlerischen Kosmos, angesiedelt an der Schnittstelle zwischen Leben und Tod. Die Arbeiten Chachkhianis entfalten nicht nur als Skulpturen ihre enorme Wirkkraft, sie graben sich zudem mit ihrem Erlebnispotential in unsere Erinnerung ein. Einige der bildhauerischen Arbeiten Chachkhianis gehen auf performative Aktionen zurück. Unvergessen bleibt den Siegener Kunstfreunden die Performance "Father", bei der ein Mann am Tag der Ausstellungseröffnung schweigend auf einem Stuhl saß, seine Füße eingelassen in langsam aushärtenden Beton. Mit den zurückbleibenden Fußspuren im Betonblock legt die Skulptur "Father" auch nachträglich Zeugnis ab von der Aktion.

Vajiko Chachkhiani. Both (26.10.2014 – 8.2.2015)
7. Förderpreis zum Rubenspreis der Stadt Siegen

Den MäzeHnen im Freundeskreis ist es zu verdanken, dass von allen drei Preisträgern Arbeiten in unsere Sammlung Eingang fanden.

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EntdecktVajiko Chachkhiani, Secret that mountain kept, 2018
Ausstellungsansicht "Heavy Metal Honey", Bundeskunsthalle Bonn - (c) Vajiko Chachkhiani

Heavy Metal Honey

In unserer Rubrik "Was macht eigentlich..." schauen wir nach, was Künstlerinnen und Künstler, deren Arbeiten sich in unseren Sammlungen befinden, gerade tun. Im Blickpunkt steht aktuell Vajiko Chachkhiani. Wir haben mit den Kunstfreunden seine neue Ausstellung in der Bundeskunsthalle in Bonn besucht und berichten. ssk