361° Museum

Konzert für Freunde

Kürzlich hat der Freundeskreis des Museums für Gegenwartskunst seine Mitglieder zum Jahresempfang mit anschließendem Wandelkonzert ins Museum eingeladen. Die sehr gut besuchte Veranstaltung war ein gelungener Auftakt für das Jahr 2019, das für die Museumsfreunde wieder viele spannende Aktivitäten bereithält.

Der Freundeskreis organisiert regelmäßig Fahrten zu verschiedenen Ausstellungen und Museen, wie die Fahrt zur Kunsthalle Mannheim Anfang März. Doch nicht nur Fahrten stehen auf dem Programm der Museumsfreunde, sondern auch gesellige Abende wie dieser. Auf eine bedeutende Veränderung in diesem Jahr wies der Vorstandsvorsitzende Dr. Peter Schäfer in seiner Begrüßung hin, denn für Dr. Eva Schmidt ist dies der letzte Empfang als Direktorin des Museums. Schmidt bedankte sich bei den Freunden für die jahrelange Unterstützung des Museums und lud herzlich zu ihrer letzten Ausstellungseröffnung „Der Traum der Bibliothek“ am 31. März ein, bei der ebenfalls der neue Direktor Thomas Thiel anwesend ist.

Das anschließende Wandelkonzert mit dem Titel „Lasst uns dieses Stück noch spielen“ verband ausgewählte Werke der Sammlung Lambrecht-Schadeberg mit Klängen der Philharmonie Südwestfalen. Bei diesem unkonventionellen Konzert wurden die Besucher eingeladen, von Raum zu Raum zu wandern und verschiedene Stücke zu hören.

Das Konzert begann vor dem großflächigen, leuchtend grünen Kunstwerk „Garden Concluded“ von Dolores Zinny und Juan Maidagan mit den „Drei Madrigalen“ von Bohuslav Martinu. Hyeokchun Gwon (Violine) und Daniel Ibáñez Garcia interpretierten das Stück ungewöhnlich stürmisch und rasant. Ihr perfektes Spiel stand im Einklang mit den kräftigen und doch harmonischen Farben des Raumbildes. Weiter ging es für die Konzertbesucher in das prächtige runde Treppenhaus des Museums. Hier vereinten sich die historische Architektur des alten Telegrafenamts, das bunte Farbspiel der Videoinstallation von Diana Thater mit dem pfiffigen Stück für Klarinette (Lea Hamm) und Cello (Germán Prentki). Die bewegte „Disco Toccata“ von Guillaume Connersson erfüllte das hohe Treppenhaus und begeisterte die Gäste. In verschiedenster Besetzung – hinzu kam als fünfter Musiker der Philharmonie Flötist Ji-Eun Lee - wurden drei weitere Stücke gespielt. Zwei Darbietungen fanden innerhalb der aktuellen Ausstellung „Sigmar Polke und die 1970er Jahre“ statt, darunter das „Duett op. 26 NR. 2“ für Klarinette und Violine des Siegener Musikers und Komponisten Adolf Busch. Für das letzte Stück, eine Serenade F-Dur, wieder von Martinu, kehrte das Publikum in den ersten Saal zurück. Das Wandelkonzert endete hier mit einem langen, wohlverdienten Applaus für die Musikerinnen und Musiker und entließ sichtlich zufriedene und sinnlich beglückte Besucherinnen und Besucher, die Kunst und Musik in neuem Kontext erlebten.

Ein Bericht von Anna Siegemund, Kunstvermittlerin und PR-Mitarbeiterin des MGK Siegen.