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Was Modelle können

Eine kleine Geschichte des Architekturmodells in der zeitgenössischen Kunst

29.06. – 12.10.2014

 

Das dreidimensionale Architekturmodell -- im verkleinerten Maßstab -- war und ist im Feld der Architektur und Stadtplanung ein Hilfsmittel in der Kommunikation von geplanter oder realisierter Architektur. Das Modell kann effizient Informationen liefern über größere räumliche Zusammenhänge, die man in Originalgröße ganz anders erfährt oder sogar gar nicht erfahren kann. Das Modell ermöglicht durch die Verkleinerung auch eine Reduzierung räumlicher Komplexität. Plötzlich kann man mit einem Blick begreifen, was in Originalgröße nur im zeitlichen Prozess der körperlichen Begehung erfahren werden kann.

Auffällig ist, dass die Gegenwartskunst vielfach das Architektur- und Stadtmodell aufgreift, es aus seinem enggefassten funktionalen Verwendungszusammenhang herausreißt, seine phänomenologischen Qualitäten adaptiert und für künstlerische Fragestellungen umfunktioniert. In der konzeptuell geprägten Gegenwartskunst der letzten 40 Jahren wird das Architekturmodell poetisch geöffnet und auf metaphorische und theatralische Weise genutzt. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die geheimnisvolle Aura des Kleinen (Gaston Bachelard), in das der Blick eindringt – quasi körperlos, doch nicht ohne die körperliche Erfahrung zu vergessen.

Einerseits hilft der Bezug zum Architekturmodell bei der Entwicklung von Fragen, die die Skulptur betreffen, andererseits kann das Architekturmodell – gerade in seinem Zwischenzustand von Entwurf und Realisierung – als Instrument der Kritik und der Utopie dienen. Gerade dieses Sowohl-als-auch, die Gleichzeitigkeit der direkten sinnlichen Präsenz und doch die suggestive Distanz zum Erfahrungsraum des Betrachters, macht die Faszination des Modells aus.

Die Ausstellung schreibt eine kleine Geschichte des Architekturmodells in der Gegenwartskunst. Sie beginnt mit dem legendären Modell von Charles Simonds, deckt die 1990er Jahre ab mit Ludger Gerdes, Hermann Pitz und Thomas Schütte und spinnt den Faden weiter bis heute mit Alicia Framis, Hinrich Sachs und Carlos Garaicoa.

Charles Simonds, Floating Cities, 2014 Charles Simonds, Floating Cities, 2014 (begründet 1972) Diashow starten


Teilnehmende Künstler:
Absalon, Michael Ashkin, Thomas Bayrle, Peter Downsbrough, Jimmie Durham, Jean-Pascal Flavien, Alicia Framis, Carlos Garaicoa, Ludger Gerdes, Dan Graham, Christian Haake, Gabu Heindl & Drehli Robnik, Matthew Day Jackson, Friederike Klotz, Langlands & Bell, Rita McBride, Isa Melsheimer, Stephan Mörsch, Sirous Namazi, Hermann Pitz, Hinrich Sachs, Michel Sauer, Thomas Schütte, Laurie Simmons & Peter Wheelwright, Charles Simonds, Stephen Willats, Elizabeth Wright und Yin Xiuzhen.

Katalog
Zur Ausstellung ist ein Katalog mit einem umfangreichen Text von Martin Hartung, einem Bild-Essay von Stephan Mörsch sowie kommentierten Werkabbildungen erschienen. Snoeck Verlag, Köln. Bestellung hier.

Führungen
Treffpunkt Kunst - Jeden Sonntag 16.00 Uhr (60 Minuten)
Kunstpause - Jeden Donnerstag 12.30 Uhr (30 Minuten)
(kostenfrei für Einzelbesucher mit gültiger Eintrittskarte)

 

Für die Förderung der Ausstellung und das Vermittlungsprogramm danken wir:

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Öffnungszeiten

Täglich
Donnerstag
Montag
Feiertage
Neujahr

 

11–18 Uhr
11–20 Uhr
geschlossen
11–18 Uhr
14 – 18 Uhr


Preise

Erwachsene
Ermäßigt

5.90 €
4.60 €

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Kontakt

Museum für Gegenwartskunst Siegen
Unteres Schloss 1
57072 Siegen
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