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Stefan Panhans

Wann kommt eigentlich der Mond raus?

06.03.2011 − 03.07.2011

Die Ausstellung „Stefan Panhans. Wann kommt eigentlich der Mond raus?“ entführte die Besucher in das Innere einer absurden Welt der Unterhaltungsmaschinerie und Selbstinszenierung, der wir ausgeliefert zu sein scheinen.

Stefan Panhans, Who′s Afraid of 40 Zimmermaedchen, Videostill
Stefan Panhans, "Who′s Afraid of 40 Zimmermädchen", 2007, Videostill
© Stefan Panhans

In seinen gezeigten Videoarbeiten und Fotografien erzeugte Stefan Panhans (geb. 1967) eine eigentümliche Stimmung. Man fühlte sich wie in einem Stück des absurden modernen Theaters oder in einer Reality-Soap, wenn man durch die Räume der Ausstellung flanierte.

Die Akteure der Videos befinden sich in surrealer Bühnenkulisse und ergehen sich in theatralischen Mono- und Dialogen. Sie entfalten ihre Zwiespälte auf der Suche nach ihrem Selbst in der entfremdeten Welt mit ihren vielfältigen Identifikationsangeboten. Haltungen, Styles, Posen zählen in dieser Welt in einer beängstigenden Ausschließlichkeit.

Panhans’ Arbeiten repräsentieren trotz oder gerade auch wegen ihrer klaren Künstlichkeit ein wiedererkennbares Stück Zeitgeist. Sie zeigen ein Stück Realität, die bestimmt wird von Konsumverhalten und Selbstinszenierung. Gerade die junge Generation des 21. Jahrhunderts ist geprägt vom Druck, sich den vorgegebenen Schönheitsidealen und dem wachsenden Anspruch der Selbstoptimierung zu unterwerfen.

Stefan Panhans, Sorry, 2010 Video, 9:35 min.
Stefan Panhans, Sorry, 2010 Video, 9:35 min.
© Stefan Panhans
Der in Hamburg lebende Künstler nimmt so mit seinen Arbeiten eine ganz eigene Position in der zeitgenössischen Videokunst ein. Durch seine eigentümlichen Bildstrategien wird der Zuschauer zu einem Voyeur, der die Paradoxie der Selbstinszenierung nicht übersehen kann: Die fast schon grotesk inszenierte Oberfläche offenbart einen Blick in das desorientierte Innere der Akteure.

Die in Siegen ausgestellten Fotografien lieferten andere Einsichten. Sie zeigten schweifende Blicke auf das Abseitige und Unbewusste in der Warenwelt. So bot die Kunst Panhans’ auf der einen Seite das Formlose, das Flächige, Streuungen und Brechungen. Auf der anderen Seite standen die getriebenen Individuen, die zu einer Einheit mit dem Bild verschmelzen.

Besonders junge Besucher fanden sich in Panhans’ Inszenierungen wieder, sie erkannten vielleicht zum ersten Mal auch die Absurdität dieser exhibitionistischen Maschinerie. Die „Generation Facebook“ steht wie keine Generation zuvor unter dem Druck, sich im Zeitalter der digitalen Kommunikation als Produkt selbst nach außen hin vermarkten zu müssen. Den Besuchern der Ausstellung wurde eine neue Perspektive auf diesen Alltag geboten. Manche Ängste oder Zweifel und das Gefühl des ständigen Wechsels von vermeintlicher Kontrolle und Kontrollverlust über die eigene Person durften Zuschauer aller Alterstufen miteinander teilen.

Die Ausstellung im Museum für Gegenwartskunst war Stefan Panhans’ bisher größte Schau und bot in zehn Räumen einen einmaligen Blick in die Wort- und Bildgewalt seiner Arbeiten aus den letzten fünf Jahren. Zu sehen waren 7 Videoarbeiten und 35 Fotografien.

Öffnungszeiten

Täglich
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Neujahr

 

11–18 Uhr
11–20 Uhr
geschlossen
11–18 Uhr
14 – 18 Uhr


Preise

Erwachsene
Ermäßigt

5.90 €
4.60 €

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Kontakt

Museum für Gegenwartskunst Siegen
Unteres Schloss 1
57072 Siegen
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