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Robert Smithson

Die Erfindung der Landschaft

04.03. − 28.05.2012

„Sobald ein Künstler sich von der Vorstellung verabschiedet, dass Kunst lediglich darin besteht, Objekte umherzusenden oder Bilder an Wände zu hängen, wird er ganz neue Forschungsfelder entdecken, die Fragen nach Ort, Natur, Politik und Wert beinhalten. Solange Künstler außerhalb der Dialektik der Natur agieren, wird Kunst eine abstrakte Währung bleiben.“
(Robert Smithson)

Robert Smithson, Breaking Ground, Raumansicht
Raumansicht mit dem Film "Breaking Ground: Broken Circle/Spiral Hill", 1971-2011, von Nancy Holt und Theo Tegelaers
© 2012 Estate of Robert Smithson/VG Bild-Kunst, Bonn. Photo Thomas Kellner

Das Museum für Gegenwartskunst Siegen widmete dem legendären Künstler Robert Smithson (1938-1973) die erste Einzelausstellung seit 1989 in Deutschland. Die Ausstellung "Robert Smithson. Die Erfindung der Landschaft" kreist um die 1971 in Holland entstandene Landschaftsarbeit, die weniger bekannt, dafür umso komplexer angelegt ist. Insgesamt bot die Ausstellung einen Einblick in fast alle von Smithson genutzten künstlerischen Medien. Es waren 4 Filme, 30 Zeichnungen, Fotografien, Quellenmaterial sowie eine Installation zu sehen.

Robert Smithson gehört zu den interessantesten Künstlern, die ab den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts neue, institutionskritische Kunstformen erprobten und visionäre Ideen vertraten. Die wohl bekannteste Arbeit Smithsons’ ist sein monumentales, im Great Salt Lake in Utah realisiertes Earthwork „Spiral Jetty“, das sich als amerikanische Ikone ins Gedächtnis der Kunstwelt eingebrannt hat. Das einzige in Europa realisierte Land-Art Projekt entstand 1971 im Zusammenhang mit der Ausstellung „Sonsbeek buiten de perken“, die über die gesamten Niederlande verteilt raumgreifende Kunstprojekte umfasste.

Nach längerer Suche fand Smithson in der Nähe von Emmen ein geeignetes Areal, das im Gegensatz zum Rest Hollands nicht völlig kultiviert und idyllisch, sondern eher roh erschien. Für die noch im Betrieb befindlichen Sandgrube der Familie De Boer entwickelte er in Skizzen verschiedene skulpturale Eingriffe, wovon sich letztlich die zweiteilige Idee von „Broken Circle/Spiral Hill“ als ausführbar erwies. In der Grube entstand aus einem vorhandenen Sandplateau, das schrittweise abgetragen wurde, eine aufgebrochene Kreisformation, unterteilt in Mole und Kanal. Einige Meter vom Ufer entfernt, erhebt sich ein aufgeschütteter Hügel, auf dem sich ein spiralförmiger Weg nach oben bahnt.

Parallel zum Planungsprozess der Erdarbeit entstanden Skizzen und Überlegungen für eine filmische Weiterführung der Idee. Die mit „Shooting Procedure/Movie Treatment“ betitelten Zeichnungen geben einen guten Eindruck, wie genau Smithson einzelne Einstellungen und Kamerafahrten geplant hatte. Erste Aufnahmen entstanden schon 1971. Durch den plötzlichen Tod infolge eines Flugzeugabsturzes 1973 konnte der Film jedoch nie von ihm selbst fertig gestellt werden. Verwirklicht wurde die Umsetzung nun von Nancy Holt, Künstlerin und Witwe Smithsons, zusammen mit Kurator Theo Tegelaers und zusätzlicher holländischer Unterstützung. Mit Hilfe der Entwürfe von Smithson und das Wissen um die narrative Struktur des Films zu „Spiral Jetty“, konnte das Projekt als Film von und gleichzeitig über Smithson realisiert werden und trägt nun den erweiterten Titel „Breaking Ground: Broken Circle/Spiral Hill 1971–2011“. Der Film wurde  produziert von Nancy Holt und Theo Tegelaers mit Unterstützung von LAND ART CONTEMPORARY und SKOR | Foundation for Art and  Public Domain, weitere Informationen unter www.landartcontemporary.nl

Im Museum für Gegenwartskunst wurde „Breaking Ground: Broken Circle/Spiral Hill“ zum ersten Mal dem deutschen Publikum vorgestellt. Eingebettet in den Kontext von Zeichnungen, die Smithson in jedem Stadium anfertigte, wird der komplexe Prozess - die Verschachtelung von geologischem Prozess, künstlerischer Arbeit und Wahrnehmung - deutlich.

Die Ausstellung wandert 2013 weiter nach Island und wird dort – verortet in einer ganz anderen, fantastischen Landschaft – im Art Museum Reykjavík in leicht veränderter Form gezeigt.


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