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Fiona Tan

Ausgangspunkt

06.07. − 27.10.2013

Geschichte und Geschichten, Zeit und Gedächtnis; Fiona Tan erforscht mit ihren Film- und Videoarbeiten verschiedenste Dimensionen von Identität. Ihre Arbeiten bestechen durch eine poetische und subversive, stets künstlerisch durchgestaltete Ästhetik.

Fiona Tan, A Lapse of Memory, 2007
Videostill aus "A Lapse of Memory", 2007 von Fiona Tan
(c) Tan and Frith Street Gallery, London

Fiona Tan wurde durch Arbeiten bekannt, die sich auf den Gebrauch archivalischer Filme stützen. Diese Arbeiten werfen die Frage nach dem Beobachter und dem Beobachteten auf, sie untersuchen das Verhältnis beider zueinander und kreisen um Fragen der Identität. Tan interessiert im Besonderen, wie Zeit unsere Wahrnehmung der Porträtierten beeinflusst. Neuere Arbeiten konzentrieren sich auf die Verbindung zwischen Bild und Gedächtnis und darauf, wie ungenau, aber kreativ die Erinnerung sein kann.

Die Ausstellung „Ausgangspunkt“ stützte sich auf drei große Videoinstallationen: „A Lapse of Memory“, „News from the Near Future" und "Thin Cities“. Das wiederkehrende Thema war die Reise, welches sich auch in dem Hörstück „Brendan’s Isle“ sowie in dem Video „May you Live in Interesting Times“ fand. Das Meer als Symbol für die Fahrt ins Ungewisse oder die Küste als Ort des ultimativen Aufbruchs unterstrichen wiederholt das Reisethema.

Das Thema der Reise ist bei Tan verknüpft mit einer Suche; sei es nach einem mystisch-paradiesischem Ort, Erinnerungen oder der (eigenen) Vergangenheit und Identität.

Fiona Tan, News from the Near Future, 2003 (Blue Sea) Fiona Tan, Videostill aus "News from the Near Future", 2003 Diashow starten

Neben der Reise durch den Raum wurde die Reise durch die Zeit betrachtet. Die Zeit, die es braucht, um von einem Ort zum anderen zu kommen, aber auch die Vergangenheit an sich, die wir von unserem Standpunkt aus betrachten. Manchmal befindet sich der Zeitpunkt der Erzählung in einer Schleife, womit die lineare zeitliche Abfolge aufgehoben wird. So scheint sich der Standpunkt des Betrachters aufzulösen.

Aber nicht nur die einzelnen Arbeiten erzeugten Zyklen von Zeit oder Erzählung; die Arbeiten untereinander erschufen Schleifen; Motive wiederholten sich, Zeit wurde gedehnt.

Das Wesen der menschlichen Existenz in Gestalt unserer sinnlichen Erfahrungen, der Wechselwirkung von Erinnerung, des Wissens sowie unseres Bewusstseins von Raum und Zeit scheint in den Arbeiten von Fiona Tan zu kollidieren und zu einer einzigen großen Erfahrung des Seins zu verschmelzen.

 

Fiona Tan (geboren 1966 in Pekan Baru) lebt und arbeitet in Amsterdam. Sie hat an mehreren internationalen Ausstellungen teilgenommen, wie z.B. der documenta 11 und den Biennalen in São Paulo, Istanbul, Sydney und Yokohama. 2009 repräsentierte sie die Niederlande auf der Biennale in Venedig. Ihre Arbeiten sind in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten, wie etwa Tate Modern, London, Stedelijk Museum Amsterdam, Neue Nationalgalerie, Berlin, Schaulager, Basel, New Museum, New York und Centre Pompidou, Paris.

Fiona Tan

Katalog
Zur Ausstellung ist der viersprachige Katalog „Fiona Tan. Point of departure“ mit Texten von Peio Aguirre, Sabine Maria Schmidt und Juan Antonio Álvarez Reyes erschienen. Hier bestellen.


Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Centro Andaluz de Arte Contemporáneo (CAAC) in Sevilla und dem Koldo Mitxelena Kulturunea in San Sebastián.

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