Rückblick zur Übersicht »

Armin Linke, Aglaia Konrad

concrete & samples

28.05. − 20.09.2009

Mit der Ausstellung „concrete & samples“ widmete sich das Museum für Gegenwartskunst Siegen wieder der Fotografie. Als umfassende Gegenüberstellung der beiden Einzelpräsentationen von Aglaia Konrad und Armin Linke stellte die Ausstellung den spezifischen Umgang mit dem fotografischen Bild heraus und sensibilisierte für die Unterschiede der beiden Künstler.

Vieles haben Armin Linke (geb. 1965, lebt in Mailand) und Aglaia Konrad (geb. 1960, lebt in Brüssel) gemeinsam – beide Künstler sind unermüdliche Reisende, beide rücken die massiven landschaftlichen und städtebaulichen Veränderungen der Gegenwart ins Bild und beide beziehen sich in rhetorischer Weise auf enzyklopädische und typologische Modelle.
Im Gegensatz zur klassischen Architekturfotografie, die in Frontal- oder Seitenansicht monumentale Bauwerke präsentiert, werden Tunnel, Staudämme, Brücken oder Industrieanlagen oft im Blick von oben gezeigt. Daneben, in wechselnden Perspektiven, sind die fotografisch dokumentierten Gebäude in Bezug zum Menschen gesetzt.

Diese gesellschaftliche Bezugnahme, der Dialog zwischen Architektur und Mensch, ist gleichermaßen für die Betrachterrolle entscheidend: Konrad und Linke lehnen die passive Betrachterhaltung, wie es die klassische Architekturfotografie verlangt, ab. Sie nutzen eigene Verfahren der Ausstellungspräsentation und Inszenierung.

Aglaia Konrad, Shaping Stones (Hongkong)
Aglaia Konrad, "Shaping Stones (Hongkong)", 2008/2009
© Aglaia Konrad

Aglaia Konrads raumbezogene fotografische Arrangements bestehen aus einer Vielzahl von Fotokopien, Siebdrucken u.a. auf verschiedenen Trägern wie Glas oder Holz. Einem Bühnenbild ähnlich sind die Tafeln an die Ausstellungswände gelehnt, neben- , über- oder hintereinander gestaffelt, die mobilen Fotografien verschwistern sich mit dem Raum der Ausstellung zu einer für den Besucher – den Flaneur – anregenden Inszenierung. In Variation dazu gibt es Arbeiten, die direkt als Wandtapete auf die Ausstellungswände angebracht sind, auch Video- und Diaprojektionen. Stets entfaltet sich eine Präsentation, die den Betrachter, seinen Maßstab und seine Bewegung berücksichtigt.

Armin Linke präsentiert das fotografische Archiv als solches, es ist nicht länger lediglich ein Werkzeug des Fotografen, das unsichtbar im Hintergrund bleibt. Die mit dem Archivarischen verbundenen Tätigkeiten der Selektion, der Kategorisierung sind immer wesentliches Thema der fotografischen Arbeit des Künstlers. Dabei wechselt die künstlerische Strategie zwischen  Systematik und Intuition, zwischen der Trennung und Vermischung, um Hierarchien in Frage zu stellen. Für Linke sind experimentelle Formen des Ausstellungsmobiliars ebenfalls ein wichtiges Element in der Praxis der Ausstellung. Hier wird der Vorgang des Auswählens und des Aufbaus von Serien an den Betrachter delegiert. Es ist für Linke wichtig, die Fotografien sowohl als Einzelbilder zu zeigen als auch innerhalb eines Ordnungssystems. In diesem Zusammenhang ist das „Book on Demand“ zu nennen. Auf der Internetseite von Linke können Interessierte sich selbst ein Buch mit 16 Motiven zusammenstellen, ihnen steht das ganze, nach Kriterien wie Ort, Name, Thema geordnete Archiv des Künstlers zur Verfügung.

Armin Linke, Restaurant View, Cairo Egypt
Armin Linke, "Restaurant View, Cairo Egypt", 2006
© Armin Linke

Die Ausstellung „Aglaia Konrad, Armin Linke – concrete  & samples“ wurde großzügig gefördert durch die Landesregierung Nordrhein-Westfalen, die Kunststiftung Nordrhein-Westfalen, die Vlaamse Gemeenschaft und den Freundeskreis des Museums. Förderer der Bildungsarbeit sind die Sparkasse Siegen und die PwC-Stiftung Jugend - Bildung - Kultur.


Öffnungszeiten

Täglich
Donnerstag
Montag
Feiertage
Neujahr

 

11–18 Uhr
11–20 Uhr
geschlossen
11–18 Uhr
14 – 18 Uhr


Preise

Erwachsene
Ermäßigt

5.90 €
4.60 €

Alle Preise ››

Kontakt

Museum für Gegenwartskunst Siegen
Unteres Schloss 1
57072 Siegen
t 0271 405 77-10
t 0271 405 77-0
f 0271 405 77 32
info@mgk-siegen.de