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Rémy Zaugg Gesammelte Schriften

Texte, Gespräche, Vorträge, Briefe

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In Zusammenhang der Ausstellung "Rémy Zaugg. Die Frage der Wahrnehmung" (1.11.2015 – 6.03.2016) sind erstmalig die Gesammelten Schriften des Künstlers als Gesamtedition erschienen.

Rémy Zaugg, Gesammelte Schriften, Texte, Gespräche, Vorträge, Briefe, hrsg. von Eva Schmidt,, Museum für Gegenwartskunst Siegen (franz. Ausgabe: les presses du réel, Dijon 2016 )

10 Bde., zusammen ca. 3.000 Seiten,  jeder Band 24×17 cm, Broschur in Kassette

Bd. 1 – Entstehung eines Bildwerks
Bd. 2 – Die Entdeckung der Semiologie
Bd. 3 – Vom Selben zum Ungewissen
Bd. 4 – Die List der Unschuld
Bd. 5 – Über Malerei und Bilder
Bd. 6 – Der Ort des Werkes
Bd. 7 – Ausstellen
Bd. 8 – Gespräche mit Jean-Christophe Ammann
Bd. 9 – Kunst in der Stadt
Bd. 10 – Zusammenhänge

ISBN 978-3-86442-170-9

Rémy Zaugg (1943 –2005), geboren in Courgenay im Schweizer Jura, lebte und arbeitete in Basel und Mulhouse. Er war – wie er gern betonte – vor allem Maler. Allerdings motivierten ihn schon früh grundsätzliche Fragen zur ästhetischen und ethischen Begründung von Wahrnehmung – in Bezug auf Bilder, später Museen und Ausstellungen, Architektur und Stadt – zu schriftlichen Äußerungen.

Sein erstes großes Projekt war die kartografische Übersetzung der Reproduktion eines Cézanne-Gemäldes, die er noch als Student in den 1960er Jahren unternahm. Es war eine ungewöhnliche Form der Übersetzung synoptischer Bildwahrnehmungen und momentaner Beobachtungen in Begriffe und Notationen, und das in immer wieder neuen Anläufen. Darauf folgten verschiedene Kooperationsanlässe für Projekte und gemeinsame Texte mit dem Ethnologen Jacques Hainard.

Nach der großen Einzelausstellung im Kunstmuseum Basel 1972 erkannte Rémy Zaugg ein großes Unverständnis aufseiten des Publikums. In der Folge zog er sich zurück und begann die Arbeit an dem umfangreichen, bislang unveröffentlichten 500seitigen Manuskript »Du même à l’incertain« (1972–76; Bd. 2: »Vom Selben zum Ungewissen«) – eine spannende Auseinandersetzung mit den impliziten Annahmen der konventionellen Druckgrafik und dem Ziel ihrer Dekonstruktion; sodann thematisch eng mit diesem Text verknüpft die Publikation »Die List der Unschuld«, eine umfassende Analyse der »Six Steel Boxes« von Donald Judd im Kontext des Basler Kunstmuseums. Seitdem reflektierte Zaugg kontinuierlich schriftlich über die eigenen malerischen Projekte sowie die künstlerische Haltung und Arbeitspraxis. In den 1980er Jahren gesellten sich die Fragen zur Kunst im öffentlichen Raum und zur Museumsarchitektur hinzu; in den 1990er Jahren boten verschiedene Kooperationen mit den Architekten Herzog & de Meuron Gelegenheit zur schriftlichen wie mündlichen Beschäftigung mit Architektur. Dabei spielte stets die Auseinandersetzung mit dem Gegenüber bei Zaugg eine wesentliche Rolle: ob nun mit den Kunstwerken anderer Künstler (Cézanne, Judd, Giacometti), in der kuratorischen Arbeit für den Künstler Balthasar Burkhard, in den Gesprächen mit dem Schriftsteller und Zeichner Pierre Klossowski, dem Kurator Jean-Christophe Ammann und dem Genfer Sammler Jean-Paul Jungo.

Die Form der Gespräche, etwa auch mit Herzog & de Meuron, spielten mit dem Rollenwechsel: Zaugg wurde von diesen auf klassische Weise interviewt, suchte aber selbst das Gespräch und die Begegnung mit den Menschen, mit denen er auch gemeinsam Projekte realisierte. Zudem wählte Zaugg wiederholt die Briefform, um seine Überlegungen in kommunikativen Situationen zu verorten (an die Museumsdirektoren Edy de Wilde, Suzanne Pagé oder Dominique Bozo, den Galeristen Claes Nordenhake u. a.). Fragen der Malerei, ihre propädeutische Funktion für die Gestaltung der Welt – auf der Suche nach der vorurteilsfreien Existenz des Menschen –, blieben, welche Textform Rémy Zaugg auch immer wählte, sein bestimmendes Thema.


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