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Kunst, Fassbrause und selbstgebastelte Perücken

Die JungenKunstFreundeSiegen, kurz jkf

„Bei der Kunstbewegung Fluxus geht es darum, Kunst mit dem Alltag in Verbindung zu bringen und die beiden verschmelzen zu lassen“, erklärt Jennifer Cierlitza den JungenKunstFreundenSiegen, denen sie die Ausstellung rund um Takako Saito vorstellt. Die Führung zählt zu den diversen Treffen der Gruppe, die den jüngeren Generationen die Kunstwelt näher bringen möchte.

Cierlitza, Studentin und Kunstvermittlerin des Museums für Gegenwartskunst Siegen, organisiert nun schon seit einigen Monaten zusammen mit Museumsmitarbeiterin Ann-Katrin Drews die JungenKunstfreundeSiegen. Diese wurden vor knapp fünf Jahren von Kunstvermittlerin Judith Frey gegründet – nach dem Beispiel ähnlicher Gruppen in ganz Deutschland.

„Wir sind eine Plattform für junge Kunst- und Kulturinteressierte, ein Treffpunkt für alle, die mitmachen wollen“, meint Cierlitza. Die Mitglieder unternehmen regelmäßig die unterschiedlichsten Ausflüge: Ausstellungen in Siegen, aber auch anderen Museen und Städten stehen genauso auf dem Plan wie Kooperationen mit Clubs (z. B. dem Wolkenkuckucksheim) oder den JKF andernorts. „Wir wollen die Menschen schließlich ins Museum locken und ihnen zeigen, dass auch dort Leben herrscht. Dort ist nicht alles ruhig und langweilig, im Gegenteil!“

 

Die JungenKunstFreunde besuchen gemeinsam die Ausstellung Takako Saito. - Photo: Museum

Die jkf lassen sich von den Büchern Takako Saitos anregen.

Jennifer Cierlitza und Ann-Katrin Drews führen die JungenKunstFreunde Siegen an. - Photo:Museum

Jennifer Cierlitza und Ann-Katrin Drews führen die jkf an.

Für gewöhnlich gibt es einen Anlass für die Treffen – eine neue Ausstellung oder ein Filmabend (zum Beispiel, um sich Werke wie „Factory Girl“ anzusehen). Oft findet man sie in der Galerie „Haus Seel“ oder dem „Brauhaus“ der Studierenden der Kunstgeschichte. Die Bandbreite an Unternehmungen ist unerschöpflich und alles ist möglich. „Wir sehen uns neben den Arbeiten von Künstlern zum Beispiel auch die von Galeristen an, um in alles einen Einblick zu bekommen und vielleicht auch einmal selber aktiv zu werden." Und das Programm wird um immer neue Ideen erweitert: „Wir fragen uns einfach, was uns selber ansprechen würde.“

 

Die JungenKunstFreunde beim Siegener Kunstwechsel 2017 - Photo: jkf

Auch beim kunstwechsel am ersten Advent 2017 schauten sich die jkf um.

Photo: jkf
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Die JungenKunstFreunde auf Stippvisite beim Siegener Kunstwechsel 2017. - Photo: jkf
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Die JungenKunstFreunde beim Siegener Kunstwechsel 2017 - Photo: jkf

„Es geht auch um das Miteinander!“, lächelt Cierlitza. „Jeder ist eingeladen; wir sind für alle offen!“ Das zeigt schon die Zusammensetzung der Mitglieder: allein unter den Studenten finden sich Leute aus allen Fachrichtungen, sei es die Kunstgeschichte, Informatik oder Maschinenbau. So bieten sich immer wieder Gelegenheiten, neue Leute kennenzulernen und Freundschaften zu schließen.

Dieses Miteinander ist auch in der Führung durch „You And Me“ zu spüren: Cierlitza vermittelt nicht steif Fakten und Interpretationen; es wird herumgealbert und die Kunst freudig diskutiert. Gerade in der teils interaktiven Ausstellung probieren die Mitglieder viel zusammen aus. Zwischendurch wird mit Murmeln gespielt oder aus Magnetklötzchen ein Kätzchen gebaut. Unter den Teilnehmern ist die Stimmung locker und angenehm – das Konzept geht also auf.

Die Jungen Kunstfreunde vermitteln, wieviel Spaß in der Kunst und in Museen wirklich steckt. Außerdem bieten sie  Interessierten eine Möglichkeit der Zusammenkunft, des Austauschs und der gemeinsamen Erfahrungen. Das wird besonders deutlich, wenn man am Ende eines Treffens zusammen den Tag mit einer Fassbrause, selbstgebastelten Perücken aus Zeitungsseiten und viel Gelächter ausklingen lassen kann.

 

Wer sich selbst einmal von den JungenKunstFreunden überzeugen mag, findet sie auf Facebook.