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Hans Haacke

Fotonotizen, documenta 2

© VG Bild-Kunst, Bonn. Photo: Chistian Wickler

Fotonotizen, documenta 2

1959
26 Fotografien in s/w, Gelatinesilberabzug
je 15,9 x 24,3 cm

Sammlung Museum für Gegenwartskunst Siegen

Hans Haacke

*1936
lebt und arbeitet seit 1965 in New York

Hans Haackes 26-teilige Fotoserie Fotonotizen zeigt Besucher der Weltkunstausstellung documenta 2. Sie beleuchtet das Verhältnis zwischen Kunstwerk und Betrachter. Ebenso liefert sie einen Blick hinter die Kulissen des Kunstbetriebs: Putzfrauen bei ihrem täglichen Rundgang, den Ausstellungsaufbau, aber auch Besucher, die sich mit neugierigen, manchmal zweifelnden Blicken den Kunstwerken zuwenden.

Hans Haacke studierte Malerei an der Staatlichen Werkakademie in Kassel.
1959 arbeitete er als Hilfskraft auf der documenta 2. Noch weit entfernt von seinem heutigen Status als renommierter Konzeptkünstler, machte sich der 23-jährige Student mit seiner neuen Exakta-Kamera, die billigste Import-Spiegelreflexkamera auf dem westdeutschen Markt, auf den Weg und dokumentierte verschiedene Typen von Museumsbesuchern. Haacke verstand es, ganz im Sinne des dokumentarischen Reportagestils, besondere, authentische Augenblicke mit seiner Kamera einzufangen.

Erst 1981 wurden Haackes Fotografien zufällig, bei Recherchen von Walter Grasskamp im Kasseler Archiv der documenta wiederentdeckt und nachträglich zu einer künstlerischen Arbeit erklärt. 2001 stellte Haacke aus insgesamt 300 Aufnahmen einen Satz von 26 Fotos zusammen. Die hier vorgestellte Serie gehört zur Sammlung des Museums für Gegenwartskunst Siegen, die sich schwerpunktmäßig der seriellen, projektbezogenen Fotografie widmet. Die Arbeit wurde im Sommer 2013 mit Mitteln der Kunststiftung NRW und mit Sondermitteln des Freundeskreises angekauft.