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Lieber Aby Warburg, was tun mit Bildern?

Vom Umgang mit fotografischem Material

02.12.2012 − 03.03.2013

Die Ausstellung „Lieber Aby Warburg, was tun mit Bildern?“ zeigt 23 jüngere Positionen der Gegenwartskunst, die einen besonderen Umgang mit fotografischem Material praktizieren.

Cécile Hummel, Zurück-Blicken, 2012 Cécile Hummel, "Zeit Sehen - Zurück-Blicken", 2012

Recherche, Experiment und Argumentation sind untrennbar mit Aspekten der Präsentation verbinden.

Ausgehend vom „Mnemosyne" Bilderatlas des berühmten Kunsthistorikers Aby Warburg (1866-1929) entfaltet die Ausstellung eine zeitgenössische Ästhetik von Bildkonfigurationen. Eine imaginäre Adressierung an ihn, wie sie der Titel der Ausstellung vorschlägt, ist eine Hommage, die diesen 'künstlerischen' Kunsthistoriker aus der Sicht heutiger Kunstpraxis würdigt.

Warburg kombinierte in seinem ‚Spätwerk' der 1920er Jahre auf großen mobilen Tableaus Bildquellen unterschiedlicher Herkunft: Reproduktionen von Kunstwerken fanden sich neben Gebrauchsgrafik, Ansichtskarten oder Briefmarken. Seine experimentelle Zusammenstellung von Bildmaterial wollte eine forschende Perspektive auf Kunst und Alltagskunst werfen und war einem kulturellen Gedächtnis der Bilder auf der Spur. Die zu Lebzeiten Warburgs neue Verfügbarkeit von Reproduktionen war für ihn eine Chance, eine Bildpraxis zu entwerfen, wie sie vorher nicht möglich war. Inzwischen ist sein Bilderatlas selbst Teil des kollektiven Gedächtnisses geworden und heute schätzen Künstler ihn wegen seiner variablen Ordnungsparameter und seines provisorischen Charakters.

Die Flut von reproduzierten Bildern ist für uns selbstverständlicher denn je. Entsprechend reagiert die aktuelle Kunst darauf mit sammelnder und archivarischer Arbeit. In den Blick rücken aber auch andere Aspekte des fotografischen Materials: die (in Frage zu stellende) Zweidimensionalität des Fotos, seine Hervorhebung durch Rahmung und Trägerformationen, die räumliche Inszenierung, auch die zeitliche Folge in Diaprojektion und Film.

Während sich drei Projekte konkret auf die Arbeit von Aby Warburg beziehen, ist der Bezug bei den anderen Arbeiten eher assoziativer Art. Neben Sammlung, Ansammlung, archivierenden und ordnenden Verfahren zeigt die Ausstellung hybride Verbindungen von Fotos mit Malerei und Skulptur. In Kombination mit anderen künstlerischen Medien, durch gestische Anordnungen, Montagen, Verwebungen und Verformungen, werden fotografische Bilder oft erneut zum Sprechen gebracht, obwohl sie – weil ort- und namenlos – schon ihre Bedeutung verloren hatten. Konzeptuelle Überlegungen zum fotografischen Medium und zum „Display", wie sie von der Kunst seit den 1960er Jahren entwickelt wurden, fließen hier selbstverständlich ein.

Die Bedeutung eines fotografischen Bildes liegt nicht im Bild selbst, entscheidend sind der Kontext und die formale Aktualisierung. Die Ausstellung zeigt, dass die Arbeit mit Bildern eine ästhetische und eine ethische Handlung ist.

Sie finden hier die Veranstaltungen zur Ausstellung.

Teilnehmende Künstler:

Özlem Altin, Tobias Buche, Mariana Castillo Deball, Marianna Christofides, Koenraad Dedobbeleer, Katalin Deér, Thea Djordjadze, Hervé Garcia, Cécile Hummel, Franziska Kabisch, Ulrike Kuschel, Alexandra Leykauf, Elke Marhöfer, Katrin Mayer, Lia Perjovschi, Manfred Pernice, Abigail Reynolds, Paula Roush, Ines Schaber & Stefan Pente, Eske Schlüters, Batia Suter, Simon Wachsmuth und Haegue Yang.

 

Der Katalog ist im Kehrer Verlag, Heidelberg, erschienen.

 

Wir danken unseren Förderern:
Die Ausstellung wird großzügig gefördert von der Kulturstiftung des Bundes, dem Freundeskreis des Museums für Gegenwartskunst Siegen und Pro Helvetia – Schweizerische Kulturstiftung. Das Projekt von Elke Marhöfer wird gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen wird gefördert von der Sparkasse Siegen und ZONTA Siegen. Kulturpartner: WDR

Sponsoren LAW


Öffnungszeiten

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Preise

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