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Je mehr ich zeichne

Zeichnung als Weltentwurf

05.09.2010 − 13.02.2011

Wuchernde phantastische Welten, fiktive Landkarten, überbordende, comicähnliche Bilderzählungen, das Weltwissen abbildende Diagramme, unbewusste Nebenbei-Kritzeleien, die das Seelenleben einfangen: Zeichnung ist ein spontanes und weitreichendes künstlerisches Medium, das unterschiedlichste Realitäten einfängt und entstehen lässt.

Ralf Ziervogel, Endeneu
Ralf Ziervogel, Endeneu, 2008
© Ralf Ziervogel. Photo Christian Wickler

Jeder hat eine gewisse Vorstellung von der Zeichnung, weil hier die Alltagserfahrung maßgeblich ist. Jedes Kind hat damit angefangen, jeder kritzelt alltäglich, macht einen Plan, skizziert eine Wegbeschreibung, versucht ein Porträt, ein einfaches Diagramm.

Die umfangreiche Überblicksausstellung Je mehr ich zeichne im Museum für Gegenwartkunst Siegen widmete sich den zeichnerischen Tendenzen der Gegenwartskunst seit den 1960er Jahren, vor allem den seriellen, erzählenden, beschreibenden und mythologisierenden Formen. Die Präsentation, die 41 internationale Künstlerinnen und Künstler vorstellte, möchte zeigen, welche entscheidende Rolle die Zeichnung heute in der Kunst spielt, seit die Konzeptkunst dieses Medium als ursprüngliche Arbeitsform entdeckt und mit seinem Entwurfscharakter wesentlich aufgewertet hat.

Als historischer Rückblick wurden bekannte Positionen beispielsweise von Joseph Beuys, Frédéric Bruly Bouabré oder Cy Twombly gezeigt, aber auch andere wichtige Zeichner jener Generation, u.a. Anna Oppermann oder Tomas Schmit. Ein Schwerpunkt der Ausstellung bildete die aktuelle Praxis des Zeichnens, visualisiert durch umfangreiche Werkgruppen und zeichnerische Installationen von zeitgenössischen Künstlern und Künstlerinnen, wie Jorinde Voigt, Dan Perjovschi oder Alexander Roob, die das Zeichnen experimentell und performativ erweitern.

Die Künstler der Ausstellung (in chronologischer Reihenfolge):

Joseph Beuys, Frédéric Bruly Bouabré, Cy Twombly, Gerhard Rühm, André Thomkins, Stanley Brouwn, Anna Oppermann, Hanne Darboven, Katharina Meldner, Tomas Schmit, Barbara Camilla Tucholski, Heinz Emigholz, Anne-Mie van Kerckhoven, Nanne Meyer, Peter Radelfinger, Silvia Bächli, Harald Falkenhagen, Joseph Grigely, Alexander Roob, Raymond Pettibon, Nedko Solakov, Mark Lammert, Dan Perjovschi, Johnny Miller, Dorothea Schulz, Tracey Emin, Claude Heath, Pia Linz, Hannes Kater, Pavel Pepperstein, Sandra Vásquez de la Horra, David Shrigley, Chloë Piene, Ryõko Aoki, Christelle Franc, Katrin Ströbel, Ralf Ziervogel, Constantin Luser, Dasha Shishkin, Jorinde Voigt und Mariusz Tarkawian.

Ein umfangreicher Katalog mit enzyklopädischem Anspruch ist zur Ausstellung erschienen – mit einer Einführung von Eva Schmidt, einem Text von Michel Sauer und Texten zu den Künstlern sowie mit einem kommentierten Verzeichnis von Jan-Philipp Fruehsorge zu Ausstellungen, Blogs, Zeitschriften, Biennalen, Publikationen, das sich primär dem Medium der Zeichnung widmet.

Je mehr ich zeichne steht in der Reihe der großen thematischen Ausstellungen des Museums für Gegenwartskunst Siegen (Kontexte der Photographie (2005), Faites vos jeux! (2006), Tanzen, Sehen (2007), Blickmaschinen (2008)), in denen zentrale Themen und Arbeitsformen der Gegenwartskunst beleuchtet werden.

Das Museum für Gegenwartskunst Siegen ist Kulturpartner des WDR.


Öffnungszeiten

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Preise

Erwachsene
Ermäßigt

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4.60 €

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Kontakt

Museum für Gegenwartskunst Siegen
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