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Dasselbe, immer wieder anders

Bernd und Hilla Becher, Sol LeWitt, Hiroshi Sugimoto

Parallel zur Ausstellung des 13. Rubenspreisträgers Niele Toroni zeigt das Museum in einer Gruppenausstellung Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern, die sich in ihrer Methodik und Herangehensweise ähneln.

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Es geht um die Wiederholung eines Motivs, einer Szene oder einer Form. Sol LeWitt, Hiroshi Sugimoto und Bernd und Hilla Becher legen in ihren Werken die Mechanismen serieller, von Regeln geprägter Produktion offen, und schaffen gleichzeitig darin eine überraschende Vielfalt. Sowohl das Dargestellte selbst – das Meer, ein Würfel oder eine Häuserfront – hat eine serielle Form, als auch der Prozess des Darstellens – das Modellprojekt, die Fotografie oder die Werkreihe. Alle hier gezeigten Künstler befassen sich mit dem Reiz des Wiederkehrenden.    

In Sol LeWitts ,,Serial Project ABCD No. 1” (1966) sind auf einer quadratischen Grundfläche zahllose Variationen der Grundformen Würfel und Quadrat angeordnet, in verschiedenen Größenverhältnissen. Trotz der Komplexität entsteht sofort der Eindruck, dass man vor einem Modell einer „Idealstadt“ steht. In der Tat folgen alle Formen des Spielfeldes einer strengen Ordnung. Für Sol LeWitt, Namensgeber der sog. „Konzeptkunst“, bildet weniger die Herstellung als die tragende Idee die entscheidende künstlerische Arbeit.

Die Arbeiten des japanischen Künstlers  Hiroshi Sugimoto sind auf einige wenige Themen hin ausgerichtet: die menschliche Erinnerung, Zeit, Vergänglichkeit. Dabei bevorzugt er eine traditionelle, geradezu altmeisterliche Foto-Technik mit Großbildkamera und Werkabzügen im Edeldruckverfahren, was die einzigartige Wirkung seiner minimalistischen Lichtbilder und Drucke verstärkt. Ausgangspunkt für die bedeutende Serie Seascapes (1980-91) war, wie Sugimoto erzählt, die Frage: „Kann jemand heute einen Schauplatz genauso sehen, wie ein urzeitlicher Mensch ihn gesehen haben mag?“.

Der hohe Grad der Ähnlichkeit zwischen den vielen, immerhin als Einzelbauwerke errichteten Siegerländer Fachwerkhäuser (1959-77) führt dazu, dass der Betrachter unweigerlich die Systematik erschließen möchte. Bernd und Hilla Becher zeigen in einer Werkgruppe die Giebelseiten, in einer anderen die Straßenseiten, in einer weiteren Häuser mit verschieferten Rückseiten usw. Zudem finden sich Rundumansichten von Häusern, die von acht jeweils um 45° verschobenen Standorten aus aufgenommen wurden, und schließlich einige Ortsansichten. Sämtliche Aufnahmen sind in der gleichen Jahreszeit (im Winter) und bei diffusen Lichtverhältnissen angefertigt. Und doch tragen die typisierenden und vereinheitlichenden Formprinzipien auch dazu bei, den Blick für die abweichenden Details und damit die Besonderheiten jedes Hauses zu schärfen. Zugleich wird auch die kollektive Geschichte der Siegerländer Fachwerkhäuser vermittelt.


Öffnungszeiten

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Preise

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