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Andrea Robbins / Max Becher

Verlagerungen

18.03. – 16.05.2016

Andrea Robbins/Max Becher, Black Cowboys: Kareem, Harlem, NY. Andrea Robbins/Max Becher, Black Cowboys: Kareem, Harlem, NY. Diashow starten

Die Bindung von Menschen, Kulturen, Orten ist heute in extremster Auflösung begriffen. Trotz Globalisierung und Digitalisierung möchte man aber immer noch annehmen, dass Kultur eine Verortung habe: einen Ort, an dem sie entstanden ist, an dem sie von Menschen gelebt und gestaltet wird. Die Geschichte kennt viele, oftmals widerstreitende Prozesse, in denen über einen Ort hinweg eine Kultur zur Projektionsfläche einer anderen wurde; Prozesse des beidseitigen Dialogs oder der einseitigen Beeinflussung bis hin zur Auslöschung der einen durch die andere.

Die Fälle, die das in New York lebende und arbeitende Fotografenpaar Andrea Robbins & Max Becher (geb. 1963 in Boston, M.A./1964 in Düsseldorf) ins Visier nehmen, haben schon eine historische Dimension angesichts der jüngsten Ereignisse extremer Migration in Europa. Doch die politische Brisanz ihrer Arbeiten ist deshalb nicht geringer.

Künstlerisch bedienen sich Robbins & Becher der Recherche, der Reise und der Kamera. Gegen offizielle Geschichtsschreibung und Allgemeinplätze setzt das Fotografenpaar ein 'close reading', darin liegt die emanzipatorische Kraft ihrer Arbeit. Mit ihrer direkten, sachlichen, nie journalistischen Bildsprache ziehen die Bilder die Betrachter in ihren Bann. Das Betrachten der Fotografien wird zu einem selbstreflexiven Vorgang, der vom Betrachter verlangt, Position einzunehmen und seine Vorstellungen und sein Vorwissen zu überdenken.

Die in der Siegener Ausstellung „Displacements/Verlagerungen“ gezeigten 12 Fotoserien von Robbins & Becher geben einen guten Überblick über das Schaffen der letzten 25 Jahre. Alle Serien, beispielsweise „Colonial Remains“, „770“, „German Indians“ oder „Black Cowboys“, widmen sich dem Einzelfall. Kulturtheorien bilden einen begleitenden Diskurs, schieben sich aber nie dominant in den Vordergrund.

Für das Museum für Gegenwartskunst ist die Ausstellung „Verlagerungen“ ein wichtiger Baustein in der Entwicklung eines besonderen thematischen Schwerpunkts: das Ausstellen und Sammeln von konzeptueller, projektorientierter Fotografie, die oft Fragen der regionalen Verankerung in einer globalen Welt behandelt.

Im Anschluss an die Präsentation im Museum für Gegenwartskunst Siegen wandert die Ausstellung in die Fundación ICO, Madrid.

Ausstellungseröffnung
Donnerstag, 17. März, 19 Uhr

Katalog
Zur Ausstellung erscheint das Buch „Black Cowboys“ in zwei Ausgaben (dt/en und sp/en), das den Fokus auf die Serie „Black Cowboys“ legt. Mit einem Text von Shepherd Steiner und einem Interview zwischen Andrea Robbins und Samuel Pratt Perry, Verlag La Fábrica, Madrid. Erscheinungstermin voraussichtlich Ende März. Preis 29,90 Euro / 24,90 Euro für Mitglieder des Freundeskreises. Bestellung hier.

Ausstellungsflyer
Der Ausstellungsflyer zum Download (pdf)

Führungen und Veranstaltungen
Führungen: Sonntags um 16.00 Uhr / donnerstags um 12.30 Uhr
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Preise

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Kontakt

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